Entwicklung für Menschen und ihre Systeme

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WISSEN, WO SIE HINGEHÖREN...

Ihre systemische Positions- und Kursbestimmung.

"Das Licht, das auf die Dinge fällt, verändert sie"
Dom Helder Pessoa Camara (brasil. Theologe 1909-1999)

Wie sind wir in unsere (Familien- / Berufs-) Systeme eingebunden?

© Chr.Schlüter


Der Boden auf dem wir Menschen wachsen, ist unsere Familie. Ganz gleich, welche äußere Form unsere Familie hat – und im Zeitalter der Singles, Kurzbeziehungen, allein erziehenden Mütter und Väter, Lebens- und Wohngemeinschaften und Patchwork-Familien ist die Vielfalt an der Oberfläche groß – und egal ob wir diese (Ver-)Bindungen anerkennen oder nicht: Unsere Wurzeln sind bei jenen, von denen wir abstammen.

Und nach den neuesten Erkenntnissen muss der Blick noch weiter gehen: auf die Schicksals-bildenden Faktoren der Seele und des Geistes, wie ethnische Zugehörigkeit sowie das Schicksal, das Leben und den Tod und das was hinter allem steht. Auch die unterschiedlichen Ebenen des Gewissens spielen hier eine wichtige Rolle.

Herkunftsfamilie

Bereits unsere Vorfahren haben und wurden geliebt, enttäuscht, verlassen, ausgeschlossen ver-bannt, ge-/ermor-det, waren krank, von Krieg und Not betroffen, wurden oder haben vertrieben oder hatten sonst wie schwere Schicksale. Ihnen sind wir tief in uns sehr verbunden. Werte, Schicksalsmuster und Verhalten unserer Vorfahren wirken in uns weiter.

Die Beobachtung in vielen Aufstellungs-Seminaren zeigt: Kinder wagen es unbewusst selten oder nie, ein erfüllteres Leben als ihre Eltern oder Großeltern zu leben.

Diese Familienbande, bis hin zu Ur- oder Ururgroßeltern sind stärker, als uns im Alltag bewusst ist. Deren Schicksale wirken bis in unser heutiges Leben hinein und haben tiefgreifenden Einfluss auf unsere Emotionen, unser Handeln, ja sogar unsere Gesundheit. Quälende Gefühle oder ein-schränkendes Verhalten, sogar scheinbar von außen kommende "Schicksalsschläge" oder deren Häufungen haben oft einen Zusammenhang mit jenen Familienbanden.

Eine tiefe, unbewusste Treue bindet uns an unsere Altvorderen. Selbst und gerade bei Menschen, die in der äußeren Realität versuchen, alles „anders“ oder „besser“ als Eltern und Großeltern zu machen, wirken im Verborgenen diese Schicksalsbande. Dies geschieht insbesondere in Bezug auf jene, von denen wir noch nicht einmal bewusst wissen oder die wir gar nicht gekannt haben. Dabei halten uns oft Familien-Geheimnisse (z.B. ausgeklammerte Personen), die nicht „ent-deckt“ sind, in einem besonderen Bann. Dieser zeigt sich darin, dass Nachfolgende unbewusst versuchen, schwere Schicksale ihrer Vorfahren nachzuahmen oder abzuschließen sowie unter Umständen für deren Taten zu sühnen - selbst wenn sie sie gar nicht kannten oder von ihnen wissen.

Gegenwartsfamilie

Ebenso sind wir in unseren aktuellen Beziehungen beeinflusst von früheren Bindungen. Insbesondere bei Partnerschaftsproblemen oder solchen mit Kindern wird oft das Geflecht der eigenen Liebesbeziehungen aufgestellt. Frühere Lieben, totgeborene früh verstorbene, ausgeklammerte oder abgetriebene eigene Kinder haben einen ähnlich mächtigen Einfluss wie unsere Vorfahren. Lebende Kinder können z.b. mitunter eine tiefe belastende Verbindung zu ausgeklammerten früheren Lieben ihrer Eltern haben.

Beruf/Betrieb

Weit über die biologischen Systeme hinaus gibt es derartige Systemdynamiken, aus denen sich sehr oft der Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen und Organisationen und ihren Beteiligten ableiten lässt. Sehr häufig entstehen inner- und außerbetriebliche Probleme auf dem Hintergrund systemischer Verstrickungen.


Was ist eine systemische Familien- oder Systemaufstellung?

Eine kleine Anekdote:
In einer Hamburger Familie schlägt die Tochter der Mutter vor, eine Familienaufstellung zu besuchen. Die Mutter darauf hin: "Neee, min Deern dor geiht wi nich hin - dor kummt doch allens ans Lich'!"

Wie Radio- / Funksignale oder Fernsehbilder, die in Form elektromagnetischer Felder und Wellen ständig um und in uns sind, die wir aber nicht mit den Sinnen wahrnehmen können, sind die Felder des „systemischen Feldes“ oder der „Familienseele“ ständig in und um uns. Fernsehbilder können mittels eines Fernsehempfängers sichtbar und hörbar gemacht werden. Familienaufstellungen sind, ähnlich dem Fernsehgerät, eine Art Instrument zur Sichtbarmachung der Energien im Feld der Familienseele. Dabei überrascht immer wieder, mit welcher Genauigkeit und Trennschärfe das Wesentliche an den Beziehungen im System und seine Wirkung offenbar wird.

Im Unterschied zum Fernseher ist die Systemaufstellung darüber hinaus auch ein Instrument, das Rückwirkungen auf das systemische Feld hat (sozusagen auch als Sender; „interaktives Fernsehen“), welches in ihm dargestellt ist. Wird die Form der Darstellung verändert, so verändert sich das Feld mit. Dies hat Auswirkungen auf die bei eienr Aufstelung Anwesenden Systemmitglieder aber oft auch indirekt auf Personen, die an einer Aufstellung weder teilgenommen haben, noch von ihr wissen, mit dem System aber zusammenhängen.

Systemisch-phänomenologisches Systemaufstellen wie wir es durchführen, ist keine Psychotherapie, sondern angewandte Philosophie und Lebenshilfe.

Wie läuft eine Aufstellung konkret ab?

Nach Klärung des Anliegens werden aus den anwesenden Teilnehmern Stellvertreter für die relevanten Personen oder Faktoren ausgesucht.

Dann werden die Stellvertreter (vom Betroffenen doer vom Leiter) in einem innerlich gesammelten Zustand im Raum positioniert.

Die Stellvertreter werden entweder gebeten, sich schweigend den sie anmutenden Bewegungen einfach zu überlassen, was zu Zeitlupen-artigen dramatischen Bewegungs-Bildern der Seele führen kann oder sie werden zunächst gefragt nach ihren aktuellen Wahrnehmungen und körperlichen Impulsen aus den Rollen.

Dann wird mitunter eingegriffen und evtl. umgestellt und es werden verschiedene Dinge ausgesprochen, die zuvor unter der Oberfläche waren. So kommt ans Licht, was band und nun - am Licht - lösend wirken kann.

Wirkung von Aufstellungen

Die Wirkung einer systemisch- phänomenologischen Aufstellung entfaltet sich nicht nur unmittelbar im Bewusstsein, sondern langfristig auch in der Tiefe der Seele selbst. Hier wird ein Anstoß gegeben, selbst in der unbewussten Tiefe des Systems eine „das Lösende“ (im Unterschied zur nur erdachten Lösung) für das System und für alle Beteiligten im System zu entwickeln. Insofern wirkt eine systemische Aufstellung häufig mehrfach, und zwar oft sofort in Form von Gefühlen der Erleichterung, Versöhnung, innerer Klarheit, Stabilität und Kraft; und in der Folgezeit (bis zu 2 Jahre) im System, als ein Anstoß, der wie ein Schneeball neue Entwicklungen sowohl in der aufstellenden Person als auch in ihrem System in Richtung der „des Lösenden“ bewirkt.

Wissenschaftliche Untersuchungen (z.B. Höppner, 1998) belegen diese von uns immer wieder in der Praxis beobachteten Auswirkungen von Aufstellungen.

Interessanterweise bewirkt häufig schon allein die Teilnahme an einer Aufstellung, dass innere Prozesse in Gang gesetzt werden. Denn auch als Stellvertreter in der Aufstellung einer anderen Person oder auch als „quasi unbeteiligter“ Zuschauer erlebt man Ähnlichkeiten und Unterschiede zum eigenen System und beginnt sie zu verarbeiten.

Auch im Einzelcoaching nutzen wir die Methode der Aufstellung (z.B. mit Symbolen oder gleichsam "virtuell" im eigenen Kopf in Form einer leichten Trance).

Was nützt eine Aufstellung?

Die Methode der systemisch- phänomenologischen Aufstellung bietet wie kaum eine andere Methode die Möglichkeit in kurzer Zeit und sehr verdichteter Form komplexe Zusammenhänge präzise und simultan darzustellen.

Mit dieser Methode ist es möglich, die tief im Unbewussten wirkenden und unser Verhalten wie unser Schicksal steuernden Verbindungen mit Mitgliedern unseres familiären und ethnischen wie auch beruflichen Systems offen zu legen. In aller Klarheit zeigen sich in der Aufstellung seelische Zusammen-hänge und Systemdynamiken und es wird deutlich, wie Symptome - wie z.B. Alltagsängste oder Verlassenheitsgefühle manchmal gar sich wiederholende Schicksalsschläge - oft über Generationen hinweg - weiter gegeben werden.

In der systemisch-phänomenologischen Aufstellung können Sie die eigene Geschichte, das eigene Leben und Schicksal, das Unternehmen oder die Organisation mit ihren Entwicklungen oder die eigenen Probleme klarer und in einem neuen, ungewohnten Licht betrachten. Auch zuvor undurch-schaubare aktuelle Interaktions- und Beziehungsmuster zwischen den Beteiligten des Systems werden unmittelbar offensichtlich und eindeutig erfahrbar.

Durch die Darstellung in einem „lebenden Bild“ wird die Komplexität des Systems auf das Wesentliche reduziert. Verborgene Ursachen und systemische Hintergründe von Störungen, Konflikten, Krankheitsbildern und immer wiederkehrenden Handlungsmustern werden sichtbar. Meist stellen sie für die Aufrechterhaltung des Systems und der Person im System einen sinnvollen seelischen Schutzmechanismus dar. Wenn die Dynamiken, welche die Symptome aufrecht erhalten, erkannt und ihre wichtige Funktion gewürdigt sind, können sie bearbeitet werden und auf andere Weise weiterhin ihre Schutzfunktion erfüllen.

Durch die Möglichkeit, ein komplexes System ganzheitlich auf einer völlig neuen, tieferen und gleichzeitig einfachen Ebene zu betrachten, erhält man neue Ideen und Sichtweisen auf ein Problem. Chancen und Handlungs- bzw. Haltungsalternativen öffnen sich und können direkt im System ihre Wirkung entfalten.

Systemisch-phänomenologische Aufstellungen helfen u.a. dabei:

  • persönliche Verstrickung und Nachfolgetendenzen in schwere Schicksale zu erkennen und zu lösen
  • einen guten Platz für sich und andere zu finden
  • Beziehungsfragen zu klären und Entscheidungen zu treffen
  • Lösungen in Erziehungs-fragen zu finden
  • die Familie und ihre Ordnung als Quelle der Kraft zu erleben
  • sich mit der eigenen Familie zu versöhnen
  • Konflikte zu lösen
  • Gesundheit zu fördern
  • mit dem eigenen Schicksal in Einklang kommen u.v.m.

Derzeit nutzen wir die Aufstellungsmethode vor allem im Kontext von Einzelcoachings und der Organisationsberatung. Sprechen Sie uns an!

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